Samstag, 31. Januar 2026

26.1.2026 Tag 15-16: Per Flixbus nach Tübingen

In Genua spüren wir den Winter, trotz aller Shirts, Jacken und Hosen übereinander. Jetzt heißt es noch ein letztes Mal warten, diesmal auf den Flixbus, der im Winter hier nur jeden zweiten Tag Räder mitnimmt. Kein Problem in einer sehenswerten Stadt und einem schönen Hostel, aber dummerweise mit Schnupfen und Fieber. So wird es ein verschlafener heilsamer Sonntag. Am Abend vor dem Bus mal eine tolle Überraschung: Der nach Stuttgart gebuchte Bus hält in Tübingen! Dort am Morgen nur noch einen Kilometer mit abgefahrenen Reifen auf verschneiten Straßen und wir sind nach 16 Tagen Rückfahrt am Ziel.

Samstag, 24. Januar 2026

22.1.2026 Tag 12-14: Fähre nach Genua

Es ist kalt und sehr windig am Meer. Wie wird das erst in Deutschland sein?
Schönes Schiff, da kann man gut zwei Tage und Nächte verweilen.
Erstaunlich angenehme Fahrt: das Meer ist ruhig, die Fähre hat einen großen Ruheraum mit vielen Schlafplätzen auf Boden und Sitzen. Geschätzt sind 90 % Afrikaner und 97 % Männer im Raum. Europäer scheinen Kabinen vorzuziehen. Wie wir mit Isomatte, Schlafsack und Tauchsieder sind alle gut ausgestattet mit Decken, Proviant, Wasserkochern, Teekannen, Kochplatten, Sandwich Makern..... Es ist nachts erstaunlich ruhig, die Fernseher bleiben Tag und Nacht aus.
Am Nachmittag auf Höhe der Balearen können wir noch in der Sonne sitzen, ab Südfrankreich ist's kalt.

Mittwoch, 21. Januar 2026

21.1.2026 11.Tag: Per Rad zum Fährhafen

Nach einem fürstlichen Frühstück können wir für die letzten 50 km endlich noch mal die Räder nehmen. Die hügelige Küstenstraße führt nach Tanger Med, dem Fähr- und Container Hafen.
Derart kunstvoll werden wir in unserer letzten afrikanischen Unterkunft empfangen.

Dienstag, 20. Januar 2026

20.1.2026 10.Tag: Tanger - endlich am Mittelmeer

Gut, dass die Fahrt nach Tanger die letzte Busfahrt in Afrika war: es ist kalt hier im Norden und die Heizung ist kaputt, es zieht und regnet, auch im Bus, da die Dachfenster undicht sind. Es muss überhaupt viel geregnet haben, da immer wieder Land überschwemmt ist. Die lange Zeit der Taxi - und Busfahrten ist geschafft, zur Fähre geht's per Rad..
Wenn man von Süden kommt, wirkt Tanger sehr europäisch. Eine kleine Radtour zeigt uns phönizische Grabstätten, den Blick nach Spanien, die Kasbah, eine große Fußgängerzone mit vielen Touristen, eine lange belebte Promenade am Mittelmeerstrand, schöne Parks und führt zum Malabata Guest House, der schönsten Unterkunft von allen.

Montag, 19. Januar 2026

19.1.2026 9.Tag: bis Casablanca

Nach 18 h guter Busfahrt sind wir um 10.15 in Agadir. 1,5 Std später sitzen wir im Bus nach Casablanca., bis 19.00.
Busfahren ist ganz anders, irgendwie wie Fernsehen. Die Landschaft läuft vorbei, wir sehen das gleiche Gebirge, die gleiche Wüste, aber wir erleben sie nicht. Freiheit, Spontaneität, Spannung, Abenteuer, Erfahrung, Begegnung... all das, was Radtouren ausmacht, fehlt im Bus und Auto. Die Fahrt ist so ermüdend, man hat keinen Bezug zum Gesehenen. Dass der Unterschied so krass ist, überrascht uns.

18.1.2026 8.Tag: Von Dakhla Richtung Agadir

Lange schlafen, Gottesdienst in der kath. Eglise Our Lady of Mount Carmel, Picknick im Park, Vogelmarkt, Strandspaziergang am Atlantik -  der Tag fühlt sich ganz fremd an, wie Urlaub. 
Dreirad Taxis warten am Busbahnhof auf Kundschaft.
Um 16.00 startet der sehr gute Supratours Bus seinen 1170 km langen Weg nach Agadir. 

Samstag, 17. Januar 2026

17.1.2026 7.Tag: Von Mauretanien bis Dakhla

Wir sind tatsächlich die ersten, die um 8.00 den Ausreisestempel bekommen. Nach ca vier Passkontrollen und einem Stempel von marokkanischen Beamten haben wir die 6. Innerafrikanische Grenze hinter uns. Der Supratours Bus fährt erst 16.30-21.45 nach Dakhla, Nachts ankommen wollen wir nicht,  daher fährt uns ein Auto die nächsten 380 km. Nur zwei Sitze, aber genug Platz für Räder, Taschen und eine Frau. 
In Marokko ist das Französisch wieder verständlich und es gibt geordnete Strukturen. So können wir Tickets kaufen für morgen,16.00 nach Agadir. Dann gibt's ein Zimmer mit Dusche und Toilette und sauber - welche Wohltaten!

16.1.2026 6.Tag: Zur mauretanischen Grenze

Weiter geht's am frühen Morgen mit einem recht ordentlichen Bus.Nach 2 km! die erste Haltestelle, 40 min! Pause, aber immerhin abwechslungsreich.
Die junge Dame verkauft vor unserem Fenster gefüllte Baguettes und hat viel zu tun.
Nach weiteren 4 km der nächste Stopp. Alle kaufen Wasser und Kekse, + 20 min, dann geht's aber zügig mit wenigen Stopps fast bis zur Grenze. Die 9 km radeln wir gegen heftigen NO Wind mit viel Sand. Dann folgen zwei Stunden mit dem bekannten Gedrängel, dauernd werden Menschen oder Pässe vor gelassen, vermutlich die mit Geldscheinen im Pass. Als wir endlich reingerufen werden, erklärt der Beamte, dass die marokkanische Seite jetzt schließt und wir zu unserer Sicherheit hier übernachten sollen. Den Stempel verheißt er für morgen 8 Uhr. Wir haben die Wahl zwischen Zelten auf sandiger stürmischer Müllhalde, einem miesen "Zimmer" für 26€ oder unsere Matten und Schlafsäcke im Haus auf dem Boden, 10€. Variante 3 scheint die sauberste zu sein. 
Es gibt kein Licht, später dann genau eine Glühbirne, kein fließendes Wasser, auf Nachfrage dann einen Eimer, keine Steckdose, aber immerhin Stuck an der Decke.

Donnerstag, 15. Januar 2026

15.1.2026 5. Tag: bis Nouakchott

Der Tag beginnt wie so oft wunderschön.
Dann der Blick auf's Smartphone: Man bietet Treppenlift, Beerdigungsversicherung, Hörtest... Ob das wohl aufhört, wenn ich mal mit einem Link zum Blog antworte?
Nach 12 km Piste endet der Nationalpark. Der Wachposten ruft uns ein Taxi für die 35 km zur Hauptstraße. Auch dort kein Bus nach Nouakchott, also 7er Taxi für die 150 km. Zum Glück haben die anderen weniger Gepäck. 
Am internationalen Busbahnhof können wir Tickets zur marokkanischen Grenze buchen für morgen 7 Uhr. Es geht voran.

Mittwoch, 14. Januar 2026

14.1.2026 4. Tag: Wieder in Mauretanien

Die Strecke durch den Diawling Nationalpark ist so schön und die Piste so schlecht, dass wir noch mal einen Rad Tag einschieben, um die Räder zu schonen.
An der Grenze ist es ruhig und alles geht problemlos. Inzwischen sind wir Profis. 
Da wir jetzt 'gegen den Strom' unterwegs sind, treffen wir endlich mal wieder auf Tourenradler, zwei aus der Schweiz und einer aus Belgien, lauter 'alte Bekannte', die wir schon in Marokko getroffen haben.
Direkt ab der Grenze sind auch die mauretanischen Bekannten wieder allgegenwärtig: Sand, Wind und Dromedare.
Dummerweise macht die Schaltung Probleme, der Drehgriff lässt sich fast nicht mehr drehen. Außerdem hat das Vorderrad überhaupt kein Profil mehr. Es wird wohl Zeit, dass wir nach Hause kommen.

Dienstag, 13. Januar 2026

13.1.2026 3.Tag: Saint Louis

Ausschlafen, Frühstück, Duschen... scheinbar haben wir Urlaub. Dann die Mail von der Visumagentur mit der Bitte um Anruf. Das müssen wir delegieren, geht nicht mit unserer Sim Card. Wie praktisch, dass wir Kinder haben! Man stellt eine zügige Bearbeitung in Aussicht - das lässt hoffen, dass wir nicht 10 Tage ausharren müssen. 
Keine zwei Stunden später haben wir die e-Visa, gültig ab morgen!! Tolle Agentur - vielen Dank!
Jetzt wird's höchste Zeit, endlich Café Touba zu probieren.
'Der Café Touba ist ein mit Guinea-Pfeffer gewürzter Kaffee, der im westlichen Afrika getrunken wird. Der Name leitet sich von der senegalesischen Stadt Touba ab, wo er ursprünglich ein Getränk der Mouriden, einer der wichtigsten Muslimbruderschaften im Senegal, war. Das Getränk wird zubereitet, indem man Kaffee mit viel Zucker süßt und mit dem Guinea-Pfeffer aufkocht, was ihm Schärfe verleiht.' (Wikipedia)
Die Kathedrale ist immer noch geschlossen.

12.1.2026 2. Tag: per Bus nach Saint Louis

Nach der Flucht vor den Actionfilmen im Ruheraum und einer Nacht auf Deck habe ich die Ankunft in Dakar fast verpennt. Helmut hat mich überall gesucht. Die Fähre war um 6 statt wie erwartet um 9 Uhr angekommen und daher schon fast leer,  während ich auf Deck im Schlafsack noch gelesen habe. 
Am Busbahnhof 12 km außerhalb der Stadt stand sofort ein Bus nach Saint Louis bereit. Unsere Räder waren schon fast auf dem Dach, während wir noch über Busse und Preise verhandelten. 
Alter Bus, 10-17 Uhr, unendlich viele Haltestellen mit fliegenden Händlern, viel Sonne, offene Türen... man kann sich Busfahren angenehmer vorstellen, aber wir sind heil angekommen.
Am Abend bereitet dann der Visumantrag für Mauretanien Probleme: erst ab 22.1. möglich und nur mit Agentur erfolgreich. Jetzt also warten, 28 km vor der Grenze. Zum Glück haben wir ein tolles Zimmer: riesig, Wifi und Ende der Tropenhitze.

11.1.2026 Rückreise 1.Tag: Mit der Fähre nach Dakar

Nach 3430 km von Marrakesch gen Süden betreten wir die Fähre nach Dakar und starten den Heimweg. Böse Überraschung: nur eine Tasche pro Person ist erlaubt. Zu wenig für Schlafsack, Isomatte, Essen, Wasser, wärmere Kleidung... Der Fehler: wir hatten europäische Erfahrungen mit Fähren im Kopf. Also kurzes Chaos, wenig Platz für viele Menschen, aber schöne Fahrt über Fluss und Meer. 
Kurzer Stopp an der Insel Karabane im Casamance Delta.hier zeigen sich eine Reihe Delfine, aber alle sind schneller als meine Kamera.
Die Sonne nimmt sich mehr Zeit.

Samstag, 10. Januar 2026

10.1.2026 Plan geändert, neues Abenteuer

Heute Morgen 5.30 tauchte plötzlich ein neuer Plan auf: ohne Flug nach Hause, per Schiff nach Dakar, dann mit vielen Bussen nach Tanger...
Dafür gibt's mehrere Gründe: 
1. Wir wollten nicht mehr fliegen.
2. Kurzfristig Flüge organisieren ohne Französisch ist schwierig, besonders in Ländern ohne Radkartons. 
3. Die Tropenhitze lähmt, gestern 36, heute 37, dann 38... Und Dakar 24 Grad. 
4. Wir haben noch zwei Wochen Zeit, bis die Krankversicherung endet, und noch weiter nach Süden radeln macht Hitze und Rückfahrt nicht gerade einfacher. 
5. So können wir uns langsam dem deutschen Winter nähern.
Glück gehabt: nach einer kurzen Tour nach Ziguinchor am Casamance Fluss hatten wir ganz schnell zwei Tickets für die Fähre nach Dakar, morgen Mittag.
Besuch beim Frühstück 
Reisanbau