Mittwoch, 14. Januar 2026

14.1.2026 4. Tag: Wieder in Mauretanien

Die Strecke durch den Diawling Nationalpark ist so schön und die Piste so schlecht, dass wir noch mal einen Rad Tag einschieben, um die Räder zu schonen.
An der Grenze ist es ruhig und alles geht problemlos. Inzwischen sind wir Profis. 
Da wir jetzt 'gegen den Strom' unterwegs sind, treffen wir endlich mal wieder auf Tourenradler, zwei aus der Schweiz und einer aus Belgien, lauter 'alte Bekannte', die wir schon in Marokko getroffen haben.
Direkt ab der Grenze sind auch die mauretanischen Bekannten wieder allgegenwärtig: Sand, Wind und Dromedare.
Dummerweise macht die Schaltung Probleme, der Drehgriff lässt sich fast nicht mehr drehen. Außerdem hat das Vorderrad überhaupt kein Profil mehr. Es wird wohl Zeit, dass wir nach Hause kommen.

Dienstag, 13. Januar 2026

13.1.2026 3.Tag: Saint Louis

Ausschlafen, Frühstück, Duschen... scheinbar haben wir Urlaub. Dann die Mail von der Visumagentur mit der Bitte um Anruf. Das müssen wir delegieren, geht nicht mit unserer Sim Card. Wie praktisch, dass wir Kinder haben! Man stellt eine zügige Bearbeitung in Aussicht - das lässt hoffen, dass wir nicht 10 Tage ausharren müssen. 
Keine zwei Stunden später haben wir die e-Visa, gültig ab morgen!! Tolle Agentur - vielen Dank!
Jetzt wird's höchste Zeit, endlich Café Touba zu probieren.
'Der Café Touba ist ein mit Guinea-Pfeffer gewürzter Kaffee, der im westlichen Afrika getrunken wird. Der Name leitet sich von der senegalesischen Stadt Touba ab, wo er ursprünglich ein Getränk der Mouriden, einer der wichtigsten Muslimbruderschaften im Senegal, war. Das Getränk wird zubereitet, indem man Kaffee mit viel Zucker süßt und mit dem Guinea-Pfeffer aufkocht, was ihm Schärfe verleiht.' (Wikipedia)
Die Kathedrale ist immer noch geschlossen.

12.1.2026 2. Tag: per Bus nach Saint Louis

Nach der Flucht vor den Actionfilmen im Ruheraum und einer Nacht auf Deck habe ich die Ankunft in Dakar fast verpennt. Helmut hat mich überall gesucht. Die Fähre war um 6 statt wie erwartet um 9 Uhr angekommen und daher schon fast leer,  während ich auf Deck im Schlafsack noch gelesen habe. 
Am Busbahnhof 12 km außerhalb der Stadt stand sofort ein Bus nach Saint Louis bereit. Unsere Räder waren schon fast auf dem Dach, während wir noch über Busse und Preise verhandelten. 
Alter Bus, 10-17 Uhr, unendlich viele Haltestellen mit fliegenden Händlern, viel Sonne, offene Türen... man kann sich Busfahren angenehmer vorstellen, aber wir sind heil angekommen.
Am Abend bereitet dann der Visumantrag für Mauretanien Probleme: erst ab 22.1. möglich und nur mit Agentur erfolgreich. Jetzt also warten, 28 km vor der Grenze. Zum Glück haben wir ein tolles Zimmer: riesig, Wifi und Ende der Tropenhitze.

11.1.2026 Rückreise 1.Tag: Mit der Fähre nach Dakar

Nach 3430 km von Marrakesch gen Süden betreten wir die Fähre nach Dakar und starten den Heimweg. Böse Überraschung: nur eine Tasche pro Person ist erlaubt. Zu wenig für Schlafsack, Isomatte, Essen, Wasser, wärmere Kleidung... Der Fehler: wir hatten europäische Erfahrungen mit Fähren im Kopf. Also kurzes Chaos, wenig Platz für viele Menschen, aber schöne Fahrt über Fluss und Meer. 
Kurzer Stopp an der Insel Karabane im Casamance Delta.hier zeigen sich eine Reihe Delfine, aber alle sind schneller als meine Kamera.
Die Sonne nimmt sich mehr Zeit.

Samstag, 10. Januar 2026

10.1.2026 Plan geändert, neues Abenteuer

Heute Morgen 5.30 tauchte plötzlich ein neuer Plan auf: ohne Flug nach Hause, per Schiff nach Dakar, dann mit vielen Bussen nach Tanger...
Dafür gibt's mehrere Gründe: 
1. Wir wollten nicht mehr fliegen.
2. Kurzfristig Flüge organisieren ohne Französisch ist schwierig, besonders in Ländern ohne Radkartons. 
3. Die Tropenhitze lähmt, gestern 36, heute 37, dann 38... Und Dakar 24 Grad. 
4. Wir haben noch zwei Wochen Zeit, bis die Krankversicherung endet, und noch weiter nach Süden radeln macht Hitze und Rückfahrt nicht gerade einfacher. 
5. So können wir uns langsam dem deutschen Winter nähern.
Glück gehabt: nach einer kurzen Tour nach Ziguinchor am Casamance Fluss hatten wir ganz schnell zwei Tickets für die Fähre nach Dakar, morgen Mittag.
Besuch beim Frühstück 
Reisanbau 

Freitag, 9. Januar 2026

9.1.2026 In der Casamance

Die Region Senegals zwischen Gambia und Guinea-Bissau heißt Casamance wie der breite Fluss, der sie prägt. Die Gegend ist wasserreich, grün, fruchtbar und aktuell sehr heiß - 36-38 Grad. Eigentlich sollte uns das nicht überraschen, da wir auf der Höhe von Nicaragua/Costa Rica und Laos/Kambodscha sind, nur hatten wir bis vorgestern den kühlen Nord Ost Passat im Rücken, an den wir uns gerne gewöhnt hatten. Immerhin gibt es viele große Bäume, die uns Schatten schenken.Die Casamance ist reich an Obst - Mangos, Papayas, Passionsfrüchte, Zitrusfrüchte.. - Reis, Getreide, Gemüse, Salat, Cashewnüssen und Holz. Einfach schön hier!
Gut für uns: seit 50 Jahren gibt es ein Projekt, um Öko-Tourismus im ländlichen Raum zu fördern. Dorfbewohner betreiben einfache Campments und teilen die Verantwortung zum Nutzen der Dorfgemeinschaft - viel schöner als Hotels.
Frühstück mit einem englischen Backpacker, zu Fuß von Dakar nach irgendwo. Wir sind uns einig: 70 ist ein gutes Alter.

Donnerstag, 8. Januar 2026

8.1.2026 Zu Besuch bei Menschen und Tieren

Das Abuko Natural Reserve, klein, unspektakulär und direkt an der Route, bot sich an für einen Waldspaziergang. 
Die Krokodile wollten sich nicht zeigen.
Und dann gab's noch ein ganz besonderes Erlebnis. Wir konnten eine deutsche Familie besuchen, die seit Jahren mit zwei kleinen Kindern in Gambia lebt. 
Den Kontakt hatten wir irgendwo in Mauretanien von deutschen Tourenradlern bekommen. Einer von ihnen macht hier eine Weile Radpause und sich nützlich. Leider war der Vater heute unterwegs.
Ein sehr interessanter Nachmittag - herzlichen Dank!