Montag, 20. März 2023

20.3.2023


Scheinbar haben wir die schönste Jahreszeit in Sizilien erwischt. Das Land ist wunderbar grün, der Wind vom Meer kühl, die Sonne scheint kräftig und überall blüht irgendwas. Außerdem sind nur vereinzelt Touristen zu sehen, mit Wohnmobilen oder Reisebussen. 
Unterwegs sind wir durch die verwinkelten Gassen von Sciacca spaziert - sehr eng, sehr steil und alle angepriesenen Kirchen hatten Mittagspause. Trotzdem schön.

19.3.2023

Selinunte - schon wieder Tempel. Direkt am Meer haben die Griechen hier schon ab 650 v.Chr. eine riesige Stadt erbaut. Wie überall wurde auch hier gekämpft, aber zerstört wurde sie nicht von Hannibal, sondern durch schwere Erdbeben und darauf folgende Tsunamis, die alles mit dicken Erd- und Schlammmassen bedeckten und so konservierten. Erst 1823 begannen Ausgrabungen. Aus riesigen sehr gut erhaltenen "Trümmern" wurden ab ca. 1950 einzelne Bauwerke rekonstruiert.
Und am Abend gibt's eine hiesige Spezialität: sieht ein wenig aus wie Orangen und heißt auch so ähnlich, ist aber eine frittierte Reiskugel mit schmackhafter Füllung. Lecker.
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Samstag, 18. März 2023

18.3.2023

Am Morgen können wir den Tempel von Segesta endlich besuchen. Er ist uralt, von 420 v.Chr., sehr gut erhalten und gibt den Historikern immer noch Rätsel auf. Gebaut wurde er von den Elymern, die aus Troja stammten. Ihre große Stadt ist zerstört und verfallen, aber Tempel und Theater haben überlebt. Der Tempel wurde nie vollendet, aber unklar ist, warum. Auch ist nicht klar, welchem Gott er gewidmet ist. Möglicherweise bekam er das griechische Aussehen, um einen Geheimkult zu tarnen. Egal, der Anblick ist bezaubernd.
Erhalten ist nur die untere Hälfte, ursprünglich fasste das Theater 4000 Personen.
Später haben wir noch die Salzfelder von Trapani besucht.
Auch den Flamingos gefällt die Saline 

Donnerstag, 16. März 2023

16.3.2023

Ein Frühlingstag in Palermo - am Rand Europas und völlig anders als zu Hause. Enge Gassen voller quirliger Autos und Menschen, Marktständen, Touristen, jede Menge Kirchen, Paläste, Parks, Brunnen, Museen.... Viele Gebäude etwas morbide, aber die Menschen um so lebendiger. Und überall Zeugnisse des Synkretismus zwischen islamischer, byzantinischer und westlicher Kultur.
Mein Rad fällt um und die Hinterbremse ist hin. Nach gut 6 Jahren täglichen Gebrauchs und 72600 km in jedem Wetter und Klima kann also schon mal eine rostige Schraube brechen. Da Helmut weder das notwendige Werkzeug noch die passende Schraube an Bord hat, halten wir an der nächsten Werkstatt.
Hier wird sofort der abgebrochene Schraubenrest ausgebohrt.
Dann fragen wir mit minimalen Italienischkenntnissen den nächsten Radfahrer nach einem Radladen.
Nach ca 30 Minuten funktioniert die Bremse wieder, sofort und für 10 €. Was wäre wohl in Deutschland passiert? Termin nächste Woche, leider nicht mehr zu reparieren, Ersatzteil gibt's nicht, also neue Bremse. Gut, dass wir in Sizilien unterwegs sind.

Mittwoch, 15. März 2023

13-15. 3. 2023

Endlich wieder auf Tour, diesmal Richtung Frühling, genauer Sizilien.  Nach längerer Recherche bot sich als ökologische und fahrradtaugliche Anreise -Variante die Kombination von Bus und Fähre an. Wohl dem, der Zeit hat! Start per Flixbus Münster-Stuttgart, dort 3 Stunden Pause, dann Flixbus Stuttgart - Genua, dort einen Tag Zeit, die Stadt anzusehen, und drittens die Fähre Genua - Palermo, 21 Stunden. Die Kosten sind gering (Münster-Genua für zwei Personen, zwei Räder und sämtliches Gepäck für 113 €, Fähre zum gleichen Preis), der Radtransport ist einfach und die Bequemlichkeit im Bus scheinbar sehr vom Alter des Fahrzeugs abhängig - wir hatten sehr jung und ziemlich alt. Nachtfahrt ist nicht toll, aber erträglich.
Frühling in Genua
keine gute Stadt für Radfahrer 
Das erste Sonnenbad 2023
Da drängen sich gleich einige Ideen für Frühjahrstouren auf 
Der erste Eindruck von Sizilien: das wird wohl eine sportliche Tour 



Montag, 1. August 2022

26.7.2022

 26.7.2022

Abschied von Kanada: Der Rückflug war für den 22.9. gebucht. Warum fliegen wir fast zwei Monate früher? Darauf gibt's nicht EINE Antwort, sondern eine Reihe von Anhaltspunkten, die letztlich zu der Entscheidung geführt haben:

  • die Milliarden Mücken, denen man beim Zelten nur schlecht ausweichen kann
  • ein Zelt, das schwächelt: in manchen Regennächten nicht mehr dicht, kleine Löcher im Mash-Gewebe (Einladung für die Mücken?), gebrochene, aber gut reparierte Zeltstange, voller Blutflecken
  • mein Reifen ist rundum abgefahren und wir finden seit Wochen keinen passenden Ersatz
  • am Ende der wunderschönen Gaspesie-Runde, immer auf der einen Autostraße, haben uns die Autos und ihr Lärm so genervt, dass wir beschlossen haben, den ähnlichen Cabot-Trail nicht mehr zu fahren 
  • abgesehen von diesem letzten Trail sind wir die geplante Tour gefahren - dank viel Rückenwind deutlich schneller als gedacht
  • nach vielleicht 150 wunderschönen Buchten und Küstenabschnitten verlieren die nächsten 50 etwas an Reiz
  • 5600 tolle Kilometer, jeder Tag anders..... irgendwann kommt der Punkt, wo man nichts Neues mehr aufnehmen mag
  • zu Hause sind Kinder, Enkelkinder, mehrere Baustellen, die auf Helmut warten... und auch viel Schönes
Am kleinen ruhigen Flughafen in Halifax läuft alles problemlos...
...außer diesem Rad, dem genau dort die Luft ausgeht 
Adieu Canada, very nice to meet you

 

 

Montag, 25. Juli 2022

25.7.2022

Bei McDonald's 75 km vor Airport Halifax. Wir versuchen, den Rückflug umzubuchen, deshalb McDonald's. Flextarif haben wir, also ist Umbuchung bis 24 vor Abflug möglich, einfach online machbar. ABER: 1. für Räder muss man vorher anfragen, ob Platz ist, und telefonieren nach Deutschland können wir nicht. 2. Flüge gibt's morgen und Donnerstag Abend. Dummerweise streiken Lufthansa und Co ab Mittwoch Nacht. 3. Seit kurzem geht der Condor Service auch über WhatsApp, leider antwortet bisher niemand. 4. Wir brauchen außerdem Fahrradkartons - Helmut ist gerade auf der Suche. Fazit: findet er Kartons, aber wir kriegen diese Woche keinen Flug, ist das mindestens sehr lästig. Oder wir bekommen morgen einen Flug, haben aber keine Kartons, was dann? Oder wir bekommen beides, aber Condor streikt......
Helmut hat das erste Problem gelöst und zwei Kartons in einem Fahrradladen bekommen. So fährt er jetzt 75 km zum Flughafen - und ich fahre im Windschatten.
1. und 3. ist auch gelöst: Eva hat per Anruf umgebucht auf morgen Abend.
Was aus dem Streik wird, wird sich zeigen.
Für die letzte Nacht haben wir einen sehr schönen Camping in einem Micmac Nature Reservat gefunden.