Mittwoch, 15. März 2023

13-15. 3. 2023

Endlich wieder auf Tour, diesmal Richtung Frühling, genauer Sizilien.  Nach längerer Recherche bot sich als ökologische und fahrradtaugliche Anreise -Variante die Kombination von Bus und Fähre an. Wohl dem, der Zeit hat! Start per Flixbus Münster-Stuttgart, dort 3 Stunden Pause, dann Flixbus Stuttgart - Genua, dort einen Tag Zeit, die Stadt anzusehen, und drittens die Fähre Genua - Palermo, 21 Stunden. Die Kosten sind gering (Münster-Genua für zwei Personen, zwei Räder und sämtliches Gepäck für 113 €, Fähre zum gleichen Preis), der Radtransport ist einfach und die Bequemlichkeit im Bus scheinbar sehr vom Alter des Fahrzeugs abhängig - wir hatten sehr jung und ziemlich alt. Nachtfahrt ist nicht toll, aber erträglich.
Frühling in Genua
keine gute Stadt für Radfahrer 
Das erste Sonnenbad 2023
Da drängen sich gleich einige Ideen für Frühjahrstouren auf 
Der erste Eindruck von Sizilien: das wird wohl eine sportliche Tour 



Montag, 1. August 2022

26.7.2022

 26.7.2022

Abschied von Kanada: Der Rückflug war für den 22.9. gebucht. Warum fliegen wir fast zwei Monate früher? Darauf gibt's nicht EINE Antwort, sondern eine Reihe von Anhaltspunkten, die letztlich zu der Entscheidung geführt haben:

  • die Milliarden Mücken, denen man beim Zelten nur schlecht ausweichen kann
  • ein Zelt, das schwächelt: in manchen Regennächten nicht mehr dicht, kleine Löcher im Mash-Gewebe (Einladung für die Mücken?), gebrochene, aber gut reparierte Zeltstange, voller Blutflecken
  • mein Reifen ist rundum abgefahren und wir finden seit Wochen keinen passenden Ersatz
  • am Ende der wunderschönen Gaspesie-Runde, immer auf der einen Autostraße, haben uns die Autos und ihr Lärm so genervt, dass wir beschlossen haben, den ähnlichen Cabot-Trail nicht mehr zu fahren 
  • abgesehen von diesem letzten Trail sind wir die geplante Tour gefahren - dank viel Rückenwind deutlich schneller als gedacht
  • nach vielleicht 150 wunderschönen Buchten und Küstenabschnitten verlieren die nächsten 50 etwas an Reiz
  • 5600 tolle Kilometer, jeder Tag anders..... irgendwann kommt der Punkt, wo man nichts Neues mehr aufnehmen mag
  • zu Hause sind Kinder, Enkelkinder, mehrere Baustellen, die auf Helmut warten... und auch viel Schönes
Am kleinen ruhigen Flughafen in Halifax läuft alles problemlos...
...außer diesem Rad, dem genau dort die Luft ausgeht 
Adieu Canada, very nice to meet you

 

 

Montag, 25. Juli 2022

25.7.2022

Bei McDonald's 75 km vor Airport Halifax. Wir versuchen, den Rückflug umzubuchen, deshalb McDonald's. Flextarif haben wir, also ist Umbuchung bis 24 vor Abflug möglich, einfach online machbar. ABER: 1. für Räder muss man vorher anfragen, ob Platz ist, und telefonieren nach Deutschland können wir nicht. 2. Flüge gibt's morgen und Donnerstag Abend. Dummerweise streiken Lufthansa und Co ab Mittwoch Nacht. 3. Seit kurzem geht der Condor Service auch über WhatsApp, leider antwortet bisher niemand. 4. Wir brauchen außerdem Fahrradkartons - Helmut ist gerade auf der Suche. Fazit: findet er Kartons, aber wir kriegen diese Woche keinen Flug, ist das mindestens sehr lästig. Oder wir bekommen morgen einen Flug, haben aber keine Kartons, was dann? Oder wir bekommen beides, aber Condor streikt......
Helmut hat das erste Problem gelöst und zwei Kartons in einem Fahrradladen bekommen. So fährt er jetzt 75 km zum Flughafen - und ich fahre im Windschatten.
1. und 3. ist auch gelöst: Eva hat per Anruf umgebucht auf morgen Abend.
Was aus dem Streik wird, wird sich zeigen.
Für die letzte Nacht haben wir einen sehr schönen Camping in einem Micmac Nature Reservat gefunden.

24.7.2022

Zwei der bedeutendsten Persönlichkeiten auf PEI sind Lucy Maud Montgomery und Anne of Green Gables - wir haben sie beide besucht.
 Die erste ist Schriftstellerin, die zweite ihre berühmteste Schöpfung. 
1908 wurde der erste Band veröffentlicht, ca 8 Fortsetzungen, über 30 Übersetzungen und mehrere Verfilmungen machten Anne weltbekannt. Das vorlaute, aber herzensgute Waisenkind mit den roten Zöpfen wurde zum Prototyp für viele Kinderbücher, u.a. für Pippi Langstrumpf.  

23.7.2022

ÖPNV in PEI: Am sehr frühen Morgen, wegen der Tropenhitze (über 30 Grad und sehr schwül, während es sonst hier höchstens 20 Grad wird), radeln wir 30 km gegen heftigen Südwind zur Fähre, die uns nach Nova Scotia bringen soll. Kurz vor dem Hafen finden wir ein großes Stoppschild und ein paar Männer. Die Fähre hat gestern gebrannt und die zweite fährt auch nicht. Vielleicht in zwei Tagen? oder in ein oder zwei Wochen? Wir sind völlig ratlos, denn außer der Fähre gibt es nur die Brücke, über die wir vor drei Tagen gekommen sind, und die ist 108 km entfernt. Die Männer sind sehr erstaunt, dass wir nichts davon im Radio gehört haben. Alle anderen scheinbar doch, denn wir waren die einzigen dort. Ziemlich ratlos checken wir die Möglichkeiten: Zug gab's mal, ist aber zum Radtrail mit historischen Bahnhöfen geworden. Busse gibt's, aber wohl nur in der Stadt, Fähre gibt's, aber zur Zeit leider nicht. Was bleibt?  Per Rad zurück zur Brücke wollen wir nicht wegen der Hitze. Der einzige Mann dort bietet uns an, uns auf seinem Heimweg in den nächsten größeren Ort, gut 500 Einwohner, mitzunehmen, um dort einen Bus zu suchen. Kaum unterwegs glaubt er nicht mehr an den Bus, ruft seine Frau an und fragt, ob sie Lust auf eine PEI-Tour hat. Sie hat. Also holt er sie ab und bringt uns, wohl weil er fasziniert ist von unserer Tour, tatsächlich zur Brücke. Seit 1930 gibt's die Fähre und bis heute sind noch nie beide ausgefallen. So ein Glück muss man haben, ausgerechnet dann dem Weltmeister in Hilfsbereitschaft zu begegnen!
In einer Schattenpause unter einem riesigen Ahornbaum ruhen wir scheinbar an der Quelle des Sirups
Der Camping, den wir dank mapy angepeilt haben, erweist sich als Behindertencamp - da gerade keine Gruppe da ist, können wir bleiben...
... bekommen Erbsen-Schoten aus Nachbars Garten...
...und genießen den Abend.

22.7.2022

Charlottetown - 1864 trafen sich hier Politiker aus den verschiedenen nordamerikanischen britischen Kolonien und debatierten die Vorzüge von Zusammenhalt und Unabhängigkeit. Das führte zur Geburt von Kanada.
Heute ist Charlottetown mit 35000 Einwohnern eine winzige, ruhige und stolze Provinzhauptstadt.
Governementhouse: ursprünglich Regierungssitz, dann wurde hier hoher Besuch, z.B. aus dem englischen Königshaus empfangen, heute Museum, wo aber auch noch Empfänge stattfinden oder auch z.B. deutsche Tourenradler herumgeführt werden.


Freitag, 22. Juli 2022

21.7.2022

Prinz-Edward-Island (PEI) ist die kleinste der kanadischen Provinzen, nur etwa 225x6-60 km und zur Zeit voller Touristen. Sie wird das kanadische Dänemark genannt, sehr treffend. Überall ist die Küste nicht weit, es geht pausenlos hügelig auf und ab. Städte haben wir noch nicht gesehen, Dörfer auch nur wenige, dafür neben Wald und Wasser viele Felder. Mir scheint, dass hier an einem Tag mehr Felder sind als auf 5000 km bisher. Es gibt vor allem Kartoffeln, dann Weizen, Roggen, Mais Mais, Erdbeeren, Raps und Klee. Die Insel ist sehr schön und sehr heiß.
Über die gesamte Insel verläuft der Confederation Trail, ein Bahntrassen Weg mit nicht mehr als 2 % Steigung. 
Am Trail haben wir gezeltet, und beim Abendessen gab's Besuch...
...und der Morgenspaziergang führte immer wieder rund ums Zelt. Wer mag das sein, ein junger Fasan vielleicht?
Blick von einer Brücke